Eine kleine Geschichte

Ich baue meine Django-Gitarre bei Stefan Hahl…

Die kleine Geschichte:

traum1_360Vor ungefähr 8 Jahren entdecke ich in der Fachzeitschrift „Akustik Gitarre“ eine kleine Werbung über die Hahl Django Modelle. Diese Werbung macht mich sehr neugierig und einige Tage später fahre ich mit einem Freund nach Mudershausen, dorthin wo Stefan Hahl wohnt und seine Instrumente herstellt.

Nach der warmherzigen Begrüßung des Meisters betrete ich ganz beeindruckt seinen Ausstellungsraum und betrachte mit fast religiöser Ehrfurcht die kostbaren Gitarren, die an der Wand hängen. Prompt drückt mir Stefan Hahl ein Instrument in die Hand (eine fantastische Gitano de Luxe D-Loch mit Fichtendecke und Ahornkorpus, das weiß ich noch ganz genau!) und geht schon Mal einen Kaffee kochen. Bei den ersten Noten merke ich sofort, was für einen Klangpotenzial in der Gitarre steckt.

Beim Betrachten des Instrumentes realisiere ich auch mit welcher Leidenschaft, Liebe zum Detail und ungeheuerlicher Kompetenz Stefan Hahl arbeitet. Ich habe da mit etwas ganz Besonderem zu tun!

Es ist für mich eine Offenbarung. Die Hochachtung und der Respekt für das Instrument und seinen Schöpfer paralysieren mich regelrecht. Es geht so weit, das ich nicht Mal in der Lage bin, vernünftig zu spielen! Im Klartext: ein Traum ist entstanden…traum2_360

Ich fahre nach Hause, bin gleichzeitig absolut begeistert und ziemlich deprimiert. So ein Instrument kostet zu Recht viel Geld, und Geld habe ich keins!!!! Es wird wohl ein schöner Traum bleiben.

Trotzdem erzähle ich jedem, der es hören will, wie schön diese Instrumente sind und wie nett es bei Meister Hahl war…

Als ich einige Monate später 30 werde, ruft mich meine Schwester an, um mir zu sagen, das sie mir gerne ein besonderes Geschenk machen will, und zwar eine Hahl Gitarre.

Unglaublich! Aber wahr…

Dies ist für mich nicht ein Geschenk, sondern DAS Geschenk! Nach Absprache mit mir bestellt dann meine Schwester bei Stefan Hahl eine Gitano de Luxe O-Loch mit Fichtendecke und Riopalisanderkorpus!

Mehr als ein Jahr lang (der Meister hat ja ziemlich viele Aufträge!) warte ich fieberhaft auf die neue Gitarre, lese die Prospekte so intensiv, dass ich sie fast auswendig kenne.

Dann ist es so weit: der große Moment ist gekommen. Begleitet von meiner Schwester und Galo Reinhardt (der hervorragende Sinti Gitarrist mit dem ich damals spiele), hole ich MEINE Gitarre ab!

Eine sehr schöne Erinnerung! Der Traum ist wahr geworden und ich genieße dann Tag für Tag mein erstes Trauminstrument.

traum3_360Aber dabei bleibt es nicht…

Galo Reinhardt und Stefan Hahl sind befreundet und in den folgenden Jahren trifft man sich ab und zu. Natürlich bin ich auch dabei und nach und nach entwickelt sich auch zwischen Stefan und mir eine Freundschaft.

Diese Freundschaft wird mit der Zeit intensiver. Mit großer Freude kaufe ich nach einigen Jahren meine zweite Gitarre bei ihm (eine sensationelle D Loch mit Zederndecke und Palisanderkorpus).

Die Jahre vergehen, wir unternehmen immer mehr zusammen. Wir fahren gemeinsam zu verschiedenen Gitarrenfestivals wie Augsburg. Und das Tolle ist, dass wir dabei auch nicht nur über Gitarren reden…

Es ist heute eine tiefe Freundschaft, die uns verbindet.

Als Stefan mich vor einigen Jahren fragt, ob ich bereit wäre seine Homepage in französischer Sprache zu übersetzen, erkläre ich mich sofort bereit. Mit großem Interesse mache ich mich an die Arbeit und tauche dabei immer tiefer in die spannende Welt der „Haute Lutherie“. Es ist zwar sehr viel Arbeit, erweist sich aber auch als eine sehr interessante Erfahrung. Als ich nach einigen Monate fertig bin, macht mir Stefan einen Vorschlag über den ich niemals hätte träumen können: „Wenn du Lust hast, als Dankeschön für deine Arbeit, kannst du dir bei mir eine Gitarre bauen!“

Was für ein Vorschlag!!! Hoch begeistert akzeptiere ich ihn natürlich, allerdings mit einigen Zweifeln an meinen Fähigkeiten in dem Bereich des Gitarrenbaus. Ich bin diesbezüglich komplett unerfahren, will es aber trotzdem „wissen“….traum4_360

Die erste Schwierigkeit besteht zuerst darin, mich zu entscheiden, was für eine Gitarre ich überhaupt bauen will. Stefan lässt mir die volle Auswahl. Anfangs denke ich, dass eine schöne Steelstring die richtige Entscheidung wäre. Kurz danach muss ich mich doch zugunsten einer Django Gitarre umentscheiden. Meine Leidenschaft für Django Gitarren ist doch zu stark!

Ich besitze zwar damals schon zwei (von Stefan gebauten) Prachtexemplare dieser Gattung (eine O-Loch mit Fichtendecke und Ahornkorpus, lange Mensur und eine D-Loch mit Zederndecke und Palisanderkorpus, kurze Mensur). Da diese Gitarren meine absoluten Lieblingsinstrumente sind, entscheide ich ein Zwischenmodell selbst zu bauen. Ich will tiefer in die Materie eintauchen!

Ich entscheide mich also für ein D-Loch Modell mit Fichtendecke und (intensiv gemasertem) Wölkchenenahorn Korpus, 67er Mensur, sehr leicht gebautem Bracing und etwas flacheren Zargen. Davon verspreche ich mir einen kernigen Klang und eine sehr gute Reaktivität insbesondere für das Rhythmusspiel.

Nach einiger Zeit ist es soweit: Es geht los!!!

 

 

 

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